Drei Analysen pro Tag
In der Leseprobe ist nur die Apple-Analyse lesbar.
Apple vor dem nächsten Produktzyklus
Apples Umsatz steigt um 16 %. Für das Septemberquartal erwartet der Konzern aber nur noch 9–11 % Wachstum, gebremst durch knappe Chips und teuren Speicher.
Kurzzusammenfassung
Apple wächst, doch die Gewinnzahlen enthalten einen kräftigen Zolleffekt. Für das laufende Quartal erwartet das Unternehmen weniger Umsatzwachstum und eine niedrigere Bruttomarge. Der Start des faltbaren iPhones trifft zugleich auf knappe Bauteile und politischen Druck auf das App-Store-Geschäft.
Das Quartal auf einen Blick
Datenstand: Geschäftsquartal bis 27. Juni 2026 · veröffentlicht 30. Juli 2026
Anteile am gemeldeten Umsatz. Umsatzkosten als Ergänzung zur Bruttomarge auf 100 %.
- Umsatz
- 109,4 Mrd. US-Dollar16 % über dem Vorjahresquartal
- Verwässertes Ergebnis je Aktie
- 2,02 US-Dollar29 % über dem Vorjahresquartal. Darin enthalten war ein positiver Effekt von 0,11 US-Dollar aus Zollrückerstattungen.
- Bruttomarge
- 50,1 %Durch Zollrückerstattungen um ungefähr zwei Prozentpunkte begünstigt.
Erklärung der Ausgangslage
Der neue Produktzyklus trifft auf ein gewachsenes Geschäft. Im dritten Geschäftsquartal, das am 27. Juni endete, erzielte Apple 109,4 Milliarden US-Dollar Umsatz. Das sind 16 % mehr als ein Jahr zuvor. Das verwässerte Ergebnis je Aktie stieg um 29 % auf 2,02 US-Dollar.
Apple hat am 9. September 2026 sein erstes faltbares iPhone vorgestellt. Das iPhone Duo soll in den USA ab 1.999 US-Dollar angeboten werden. Vorbestellungen beginnen laut Apple am 16. Oktober, der Verkauf unter anderem in Deutschland am 23. Oktober.
John Ternus hat die neuen Geräte am 9. September in Cupertino vorgestellt. Er führt Apple seit dem 1. September als CEO. Mit dem Duo tritt das Unternehmen in einen Markt ein, in dem Samsung und Huawei schon seit Jahren faltbare Smartphones verkaufen.
Auch Siri soll neue KI-Funktionen erhalten. Apple plant den Betastart für den 14. September mit iOS 27 auf unterstützten Geräten in englischer Sprache. Weitere Sprachen sollen im Oktober folgen. Für die EU bleibt Siri AI auf iPhone, iPad und Apple Watch zunächst ausgeschlossen. Auch eine englische Geräteeinstellung macht die Funktionen in Deutschland nicht verfügbar.
Gewinn, Kosten und politische Einflüsse
Zollrückerstattungen erhöhen den Gewinn
Apple meldet 2,02 US-Dollar Gewinn je Aktie, nach 1,57 US-Dollar vor einem Jahr. Davon stammen 0,11 US-Dollar aus Zollrückerstattungen. Zieht man nur diesen Effekt ab, bleiben rechnerisch 1,91 US-Dollar. Der Zuwachs liegt dann bei rund 22 % statt der gemeldeten 29 %.
1,91 US-Dollar ohne diesen Effekt0,11 US-Dollar Rückerstattung
Rechnerischer Abzug der genannten Rückerstattung. Sonstige Einflüsse bleiben enthalten.
EU und USA greifen in das App-Store-Geschäft ein
Services bringen Apple im Quartal 30,7 Milliarden US-Dollar Umsatz. Ihre Bruttomarge liegt bei 75,6 %, die der Geräte bei 40,1 %. Deshalb fallen Änderungen an diesem Geschäft besonders ins Gewicht. Die EU verlangt alternative App-Stores. In den USA können Nutzer nach dem Streit mit Epic Games auch außerhalb von Apples Bezahlsystem zahlen. Apple berichtet bereits von Gegenwind im Geschäft mit mobilen Spielen. Fließen Zahlungen an Apple vorbei, können Gebühren entfallen. Der Bericht beziffert den daraus entstehenden Ergebniseffekt nicht.
Gemeldete Bruttomargen im Q3 2026. Weitere Betriebskosten und Steuern sind noch nicht abgezogen.
China wächst, die Währung hilft mit
Greater China liefert 18,8 Milliarden US-Dollar Umsatz und damit 17,2 % der gesamten Quartalserlöse. Der Umsatz steigt dort um 22 %. Apple nennt höhere iPhone-Erlöse als Haupttreiber, aber auch einen stärkeren Renminbi als Unterstützung. In US-Dollar gemessen kann der Umsatz deshalb steigen, ohne dass im selben Umfang mehr Geräte verkauft werden.
18,816 von 109,417 Milliarden US-Dollar. Umsatzanteil berechnet aus Apples Segmentangaben.
Knappe Bauteile bremsen den Quartalsausblick
Apple erwartet für das Septemberquartal 9 bis 11 % Umsatzwachstum und 47 bis 48 % Bruttomarge. Das liegt unter den zuletzt gemeldeten 16 % Wachstum und 50,1 % Marge. Bereits im Juniquartal belasteten höhere Speicherkosten die Gerätemarge. Hinzu kommen Engpässe bei leistungsfähigen Chips. Fehlen Bauteile, kann Apple vorhandene Nachfrage nicht vollständig bedienen. Werden sie teurer, bleibt bei gleichem Verkaufspreis weniger Gewinn. Der Margenausblick enthält bereits etwa einen Prozentpunkt aus Zollrückerstattungen.
- Umsatzwachstum zum Vorjahr
- Q3 202616 %Ausblick Q49–11 %
- Bruttomarge
- Q3 202650,1 %Ausblick Q447–48 %
Apples Ausblick vom 30. Juli für das Geschäftsquartal bis September. Die Q3-Marge enthält den Zolleffekt.
Das Duo muss seinen Aufpreis verdienen
Das Duo startet in den USA 800 US-Dollar über dem iPhone 18 Pro. Der Preisaufschlag kann den Umsatz je Gerät erhöhen, sagt aber noch nichts über Apples zusätzlichen Gewinn. Counterpoint meldet für Displays im nach innen faltbaren Buchformat im ersten Halbjahr 35 % mehr Lieferungen. Es sind jedoch Lieferungen an Hersteller, keine Verkäufe an Kunden. Für das Duo fehlen vor dem Oktoberstart noch eigene Absatz- und Kostenzahlen.
Historischer Vergleich
Apple erzielt im dritten Geschäftsquartal 2026 rund 83 % mehr Umsatz als im selben Quartal 2020. Gegenüber 2025 beträgt der Zuwachs 16 %. Verglichen werden die Quartale bis 27. Juni 2020, 28. Juni 2025 und 27. Juni 2026.
Umsatz
Mrd. US-Dollar+16 % zum Vorjahresquartal, laut Apple
Gewinn je Aktie
Die Kennzahl teilt Apples Quartalsgewinn durch die durchschnittliche Aktienzahl. Mögliche zusätzliche Aktien werden dabei mitgerechnet.
US-Dollar je Aktie · jeweils im dritten Geschäftsquartal+0,45 US-Dollar je Aktie gegenüber Q3 2025 (+29 %)
2026 enthält 0,11 US-Dollar je Aktie aus Zollrückerstattungen.
Beim Aktiensplit von 4:1 wurden aus jeder Aktie vier. Der Wert für 2020 ist auf diese Aufteilung umgerechnet.
Was jetzt zählt
Der Verkaufsstart des Duo liegt am 23. Oktober und damit nach dem Septemberquartal. Für die nächste Bilanz steht deshalb Apples bestehendes Geschäft im Vordergrund. Der Maßstab: 9 bis 11 % Umsatzwachstum bei 47 bis 48 % Bruttomarge. So lässt sich prüfen, ob Apple trotz teurerer Bauteile und neuer App-Store-Zahlungswege mehr Umsatz in Gewinn umsetzt.
Alle Quellen
-
Apple: Ergebnisse des dritten Geschäftsquartals 2026
Apple Newsroom · 30. Juli 2026
-
Apple: Vorstellung und angekündigter Start des iPhone Duo
Apple Newsroom · 9. September 2026
-
Reuters: Apples Einstieg in den Markt für faltbare Smartphones
Reuters · via Investing.com · 9. September 2026 · aktualisiert 10. September 2026
-
AP: Gerätevorstellung unter John Ternus
Associated Press · via Yahoo Finance · 9. September 2026
-
iPhone 18 Pro: Einstiegspreis und Speicherkapazität
Apple Newsroom · 9. September 2026
-
Counterpoint: Lieferungen faltbarer Displays im ersten Halbjahr 2026
Counterpoint Research · 10. September 2026
-
Apple Form 10-Q · Q3 2026
Apple · SEC EDGAR · 31. Juli 2026
-
Reuters: Apples Quartalsausblick, Lieferengpässe und App-Store-Geschäft
Reuters · via Investing.com · 30. Juli 2026
-
Apple: Ergebnisse des dritten Geschäftsquartals 2025
Apple Newsroom · 31. Juli 2025
-
Apple Form 10-Q · Q3 2021 mit Vergleichszahlen für Q3 2020
Apple · SEC EDGAR · 28. Juli 2021
-
Apple: Ergebnisse des dritten Geschäftsquartals 2020
Apple Newsroom · 30. Juli 2020
-
Axios: Apples Quartalsergebnisse und Aktiensplit 2020
Axios · 30. Juli 2020
-
Axios: Apples Gerätevorstellung im September 2026
Axios · 9. September 2026
-
Tom’s Hardware: Speicherkosten und Apples Septemberausblick
Tom’s Hardware · 31. Juli 2026
-
AP: Verzögerter EU-Start von Siri AI
Associated Press · 9. Juni 2026
-
EU-Kommission: DMA-Verfahren zu App-Stores und externen Angeboten
Europäische Kommission · 25. März 2024
-
AP: Alternative App-Stores und Zahlungswege in Europa
Associated Press · 7. März 2024
-
Reuters: US-Gerichtsentscheidung zu externen App-Store-Zahlungen
Reuters · via Investing.com · 30. April 2025 · aktualisiert 1. Mai 2025